Keltische Kultur

 

Manch einer denkt, keltische Kultur sei nur für Archäologen, Fans von Steinkreisen und volkstümlicher Musikein Thema. Dem ist aber nicht so. So wie alle historischen Völker erfreuen sich auch die Kelten nach wie vor großer Beliebtheit, und ihr Erbe wird von Nachkommen in biologischem wie auch übertragenem Sinne in Ehren und Andenken gehalten. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der keltischen Kultur umfasst neben den Britischen Inseln auch große Teile Kontinentaleuropas. Erst die Wanderbewegungen der Germanen und die Expansionsbestrebungen des Römischen Reiches verdrängten die keltische Kultur und die damit einhergehende Sprachen, wenn auch nicht vollständig. Reste finden sich nach wie vor in den Bezeichnungen von Orten und Flüssen sowie in vielen europäischen Sprachen. Dennoch werden nur die Länder im Nordwesten Europas, der sogenannte Keltische Gürtel (celtic belt) bzw. die Keltische Randzone (celtic fringe), als Keltische Nationen anerkannt. In diesen Ländern sind die ursprünglichen keltischen Sprachen noch lebendig, die Menschen können sich größtenteils mit ihrem kulturellen Erbe identifizieren, ohne dass es sich um eine reine Modeerscheinung handeln würde.

Die Keltischen Nationen, das sind die Länder Schottland, Irland (Republik Irland und Nordirland), Isle of Man, Wales, Cornwall und die Bretagne. Hier wird das moderne Keltentum praktiziert, das sowohl keltische Sprachen als auch keltisches Brauchtum beinhaltet. Aber auch in anderen Teilen der Welt ist das keltische Erbe mehr oder minder lebendig. Abgesehen davon gibt es ein langes keltisches Erbe im Nordwesten der Iberischen Halbinsel, das aber keine lebendige keltische Sprache mehr aufweisen kann. Auch in England, vor allem im Südwesten und Norden, wird keltisches Brauchtum gepflegt, wie auch in den früheren gallischen Regionen in Frankreich und Italien und einigen Regionen in Süddeutschland und Österreich. Die sogenannte Hallstatt-Kultur wird ebenso wie die Kultur von La Tène mit keltischer Kultur assoziiert. Inzwischen ist - dank der weltweiten Wanderbewegungen im 20. Jahrhundert - nahezu auf allen Kontinenten die ein oder andere Gruppe von keltischen Nachkommen oder Sympathisanten zu finden. Überall da, wo Irisch, Gälisch oder Walisisch gesprochen wird, finden sich Menschen mit keltischen Wurzeln und solche. Vor allem die ehemaligen Kolonien des Britischen Empires bringt immer wieder Menschen zutage, die sich der keltischen Kultur verbunden fühlen.